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Warum Unternehmenswerte mehr denn je zählen

Warum Unternehmenswerte mehr denn je zählen

Warum Unternehmenswerte heute wichtiger sind als je zuvor

Unternehmenswerte – das klingt auf den ersten Blick vielleicht nach einem dieser typischen Begriffe, die in Hochglanzbroschüren stehen und in der Praxis kaum eine Rolle spielen. Aber die Realität sieht anders aus: Werte sind das Herzstück einer erfolgreichen Unternehmenskultur. Sie geben Orientierung, schaffen Vertrauen und können sogar entscheidend sein, ob Mitarbeitende bleiben oder gehen. In einer Welt, die sich immer schneller verändert, sind sie der Anker, der Unternehmen stabil hält und gleichzeitig flexibel macht.

Generation Z: Eine neue Perspektive auf Arbeit

Die Generation Z, also die zwischen 1997 und 2012 Geborenen, bringt frischen Wind in die Arbeitswelt. Für sie ist Arbeit mehr als nur ein Mittel zum Zweck – sie suchen nach Sinn, nach einem klaren Wertekompass und nach Unternehmen, die ihre Überzeugungen teilen. Studien zeigen, dass 70 % der Gen Z bereit sind, einen Job abzulehnen, wenn die Werte des Unternehmens nicht mit ihren eigenen übereinstimmen. Aber was bedeutet das konkret?

  • Sinnvolle Arbeit: Gen Z möchte das Gefühl haben, dass ihre Arbeit einen positiven Einfluss hat – sei es auf die Gesellschaft, die Umwelt oder das Unternehmen selbst.
  • Authentizität: Sie durchschauen schnell, ob Unternehmenswerte nur auf dem Papier stehen oder wirklich gelebt werden.
  • Work-Life-Balance: Diese Generation erwartet Flexibilität und ein Arbeitsumfeld, das ihre persönlichen Bedürfnisse respektiert.

Für Unternehmen bedeutet das: Es reicht nicht mehr, Werte einfach nur zu kommunizieren. Sie müssen sichtbar, spürbar und im Alltag integriert sein.

Vom Poster zur gelebten Kultur: Werte in die Praxis umsetzen

Viele Unternehmen haben Werte definiert, die an den Wänden ihrer Büros hängen – aber wie viele von ihnen leben diese Werte tatsächlich? Hier sind einige Strategien, wie Werte vom Poster in die Realität gebracht werden können:

1. Werte gemeinsam entwickeln

Werte sollten nicht von oben herab diktiert werden. Involviere Mitarbeitende aus allen Ebenen, um sicherzustellen, dass die Werte authentisch und relevant sind. Workshops, Umfragen und offene Diskussionen können helfen, eine gemeinsame Basis zu finden.

2. Führungskräfte als Vorbilder

Werte müssen von oben vorgelebt werden. Wenn Führungskräfte nicht nach den definierten Werten handeln, verlieren sie an Glaubwürdigkeit. Authentizität ist hier der Schlüssel.

3. Werte messbar machen

Wie oft wird über Werte gesprochen, ohne dass es konkrete Maßnahmen oder Indikatoren gibt? Entwickle KPIs (Key Performance Indicators), um den Erfolg der Werteintegration zu messen. Das können beispielsweise Mitarbeiterzufriedenheit, Feedback-Raten oder Fluktuationszahlen sein.

4. Werte in den Arbeitsalltag integrieren

Von der Rekrutierung über die Einarbeitung bis hin zu regelmäßigen Meetings: Werte sollten in jedem Schritt des Mitarbeiterlebenszyklus präsent sein. Beispielsweise können Werte in Bewerbungsgesprächen aktiv thematisiert oder in Onboarding-Programmen vertieft werden.

Warum Authentizität entscheidend ist

Ein häufiger Fehler vieler Unternehmen ist, dass sie Werte als Marketinginstrument nutzen. Doch Mitarbeitende – und auch Kunden – merken schnell, wenn die Werte nicht authentisch sind. Das führt nicht nur zu Enttäuschung, sondern kann auch das Vertrauen langfristig schädigen.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen, das Nachhaltigkeit als Kernwert definiert, aber gleichzeitig keine Maßnahmen zur Reduzierung seines CO2-Fußabdrucks ergreift, wird schnell als unglaubwürdig wahrgenommen. Authentizität bedeutet, dass Worte und Taten übereinstimmen.

Erfolgsbeispiele: Werte, die den Unterschied machen

Einige Unternehmen haben es geschafft, Werte erfolgreich in ihre Kultur zu integrieren und dadurch nicht nur ihre Mitarbeitenden, sondern auch ihre wirtschaftliche Leistung positiv zu beeinflussen:

  • Patagonia: Das Outdoor-Unternehmen lebt seine Werte der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes konsequent – von der Produktentwicklung bis zur Unterstützung von Umweltprojekten.
  • Zappos: Der Online-Schuhhändler hat eine Unternehmenskultur geschaffen, die auf Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterwohl basiert. Das Ergebnis: eine der niedrigsten Fluktuationsraten in der Branche.
  • dm-drogerie markt: Die Werteorientierung des Unternehmens zeigt sich in flachen Hierarchien, Mitbestimmung und einem starken Fokus auf die Entwicklung der Mitarbeitenden.

Praktische Tipps für Unternehmen

Wenn du in deinem Unternehmen Werte stärker verankern möchtest, können dir die folgenden Schritte helfen:

  1. Selbstreflexion: Welche Werte sind dir und deinem Team wirklich wichtig? Was ist aktuell nur Fassade?
  2. Feedback einholen: Frage deine Mitarbeitenden, wie sie die aktuelle Unternehmenskultur wahrnehmen und welche Werte ihnen wichtig sind.
  3. Schulungen und Workshops: Werte müssen verstanden und gelebt werden. Investiere in Trainings, die Mitarbeitenden helfen, die Werte im Alltag umzusetzen.
  4. Kommunikation: Werte sollten regelmäßig thematisiert werden – in Meetings, internen Newslettern oder bei Unternehmensveranstaltungen.
  5. Kontinuierliche Anpassung: Werte sind keine starren Regeln. Überprüfe regelmäßig, ob sie noch relevant sind und passe sie bei Bedarf an.

Werte als Erfolgsfaktor

Unternehmenswerte sind mehr als nur Worte – sie sind das Fundament, auf dem erfolgreiche Organisationen aufbauen. Sie helfen nicht nur dabei, die richtigen Mitarbeitenden zu finden und zu halten, sondern können auch die wirtschaftliche Leistung steigern. In einer Zeit, in der Generation Z den Arbeitsmarkt prägt und Authentizität immer wichtiger wird, sind gelebte Werte kein „Nice-to-have“, sondern ein Muss.

Also, wie sieht es in deinem Unternehmen aus? Welche Werte prägen eure Kultur – und wie könnt ihr sie noch stärker in den Alltag integrieren? Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um den Wandel zu starten und eine Kultur zu schaffen, die nicht nur auf dem Papier, sondern vor allem in den Herzen der Mitarbeitenden lebt.

Authorin Maria Spilka
Die Autorin

Maria ist Gründerin und Unternehmerin mit 10+ Jahren Erfahrung in Unternehmensaufbau, Führung, Produktmanagement, Marketing und PR. Und Mutter von zwei Kindern.