The Working Woman

30+ Tipps für first-time Manager:innen

Frau klettert hoch

Herzlichen Glückwunsch, du hast das erreicht, was den meisten Frauen verwehrt bleibt: Du hast den ersten Schritt in eine Führungsrolle geschafft und dadurch das „Broken Rung“-Phänomen überwunden. Und was jetzt?

Die Fähigkeiten die dich an diesen Punkt gebracht haben, sind nicht die Skills, die ab jetzt gefragt sind, denn als Manager:in geht es ab sofort nicht nur um dich, sondern um dein Team!

Von effektiver Kommunikation über kluge Delegation bis hin zur Kultivierung von Teamspirit und emotionaler Intelligenz – dieser Artikel enthüllt die entscheidenden Führungskompetenzen, mit denen du als Mentorin und Inspirationsquelle eine Umgebung schaffst, in der sich deine Mitarbeiter:innen voll entfalten können.

Niemand wird zur Führungskraft über Nacht

Stell dir vor: Du hast in deiner letzten Rolle gerockt, immer wieder die Erwartungen übertroffen, und jetzt wirst du mit einer Beförderung zum Management belohnt. Für einen kurzen Moment freust du dich, doch dann macht sich Nervosität breit. Denn das ist nicht nur ein neuer Jobtitel, sondern erfodert auch eine ganz andere Arbeitsweise.

In deine neue Rolle hineinwachsen

  • Vom Solo-Star zum Team-Facilitator: Früher lag dein Fokus auf deiner persönlichen Leistung. Jetzt hängt dein Erfolg davon ab, das Beste aus deinem gesamten Team herauszuholen. Das bedeutet, neue Fähigkeiten zu entwickeln, wie z.B. Aufgaben zu delegieren, Anleitung zu geben und Engpässe für andere zu beseitigen. Das ist ein Mindset-Shift!
  • Die Kumpel-Chef-Dynamik: Wenn du innerhalb des Unternehmens befördert wirst, ändern sich die Kaffeeklatsch-Gespräche mit deinen Arbeitskolleg:innen. Es ist wichtig, von Anfang an klare Grenzen zu setzen, sowohl für dich selbst als auch für deine früheren Kolleg:innen. Das könnte bedeuten, dass du private Gespräche während der Arbeitszeit einschränkst oder eine klare Befehlskette für arbeitsbezogene Themen einführst. Das kann sich anfangs komisch anfühlen, aber es ist wichtig, um professionell zu bleiben.
  • Anfänger-Mindset: Man erwartet nicht, dass du über Nacht alles weißt! Eine großartige Führungskraft zu sein, erfordert eine ganz andere Reihe von Fähigkeiten. Begrüße diese Lernkurve mit dem Fokus auf persönliches Wachstum. Suche nach Schulungen, lies Bücher über Führung und – am wichtigsten – gewöhne dich daran, erfahrene Manager:innen um Hilfe zu bitten.

Vermeide die 5 häufigsten Fehler

  • Mikromanagement: Klar, am Anfang willst du alles selbst im Griff haben. Aber das bremst dein Team nur aus und zermürbt das Vertrauen. Anstatt der Flaschenhals zu sein, gib deinem Team klare Ziele und lass es dann rocken! [Ref: Fast Company Artikel über Managerfehler]
  • Lieblingsspielen: Auch wenn’s schwerfällt, spiel dich nicht mit einzelnen Teammitgliedern. Das zerstört die Moral, sorgt für Neid und wirkt unfair. Vergebe Anerkennung und Belohnungen immer objektiv und leistungsbezogen, nicht nach Sympathie.
  • Schwierige Gespräche vermeiden: Probleme aussitzen bringt gar nichts. Performance-Schwächen oder Konflikte lösen sich nicht von alleine. Pack sie an, aber fair und lösungsorientiert. Lass dich nicht von Angst lähmen! (siehe nächster Absatz)
  • Keine Hilfe holen: Kein Mensch weiß alles (glaub mir!). Scheue dich nicht, deinen Mentor, andere erfahrene Manager oder die HR um Unterstützung zu bitten. Teamwork macht stark!
  • Die eigene Weiterentwicklung vernachlässigen: Führung ist keine Eintagsfliege. Investiere kontinuierlich in dein eigenes Wissen durch Trainings, Konferenzen, Fachblogs oder Online-Ressourcen. In dich selbst investieren, lohnt sich doppelt für dein Team!

Häufige Ängste und wie du sie überwindest

  • Das Hochstapler-Syndrom: Diese heimtückische Stimme, die dir einflüstert, dass du nicht gut genug bist und auffliegen wirst? Das ist das Imposter-Syndrom, das besonders häufig Frauen trifft. Bekämpfe es, indem du eine Liste deiner Erfolge erstellst, sowohl der großen als auch der kleinen. Baue dir ein Netzwerk von anderen weiblichen Führungskräften auf, die dir Feedback, Rückhalt und Unterstützung geben können.
  • Angst vor dem Versagen: Jeder macht Fehler, besonders in neuen Rollen. Der Schlüssel liegt darin, sich darauf zu konzentrieren, was du aus diesen Rückschlägen lernst. Suche aktiv eine:n Mentor:in, die ähnliche Herausforderungen gemeistert haben. Ihre Erfahrung kann unglaublich wertvoll sein, um aus Rückschlägen zu lernen.
  • Aber… werden sie mich mögen?: Auf dem Weg zu einer unterstützenden Führungskraft kann man leicht in die Falle tappen, von allen gemocht werden zu wollen. Aber respektiert zu werden ist letztendlich wichtiger für den Erfolg des Teams. Das kann bedeuten, schwierige Gespräche zu führen, unpopuläre Entscheidungen zu treffen – und daran zu denken, das Richtige zu tun, statt allen zu gefallen.

Denk daran: Dieser Übergang ist eine Reise, keine Über-Nacht-Verwandlung. Nimm die Herausforderungen an, sei nachsichtig mit dir selbst, und schon bald wird es sich genauso lohnend anfühlen, dein Team zu großartigen Leistungen zu führen, wie es dein individueller Erfolg war!

Das Fundament für starke Führung

Okay, du gewöhnst dich langsam an deine Führungsrolle. Wie schaffst du es jetzt, ein Team aufzubauen, das richtig erfolgreich ist? Es beginnt mit der Beherrschung dieser zentralen Führungsqualitäten:

Effektive Kommunikation ist das A und O

  • Die Kraft des aktiven Zuhörens: Dabei geht es nicht nur ums Zunicken! Konzentriere dich darauf, deine Teammitglieder wirklich zu verstehen – ihre Sorgen, Ziele und was sie motiviert. Stelle klärende Fragen und fasse in eigenen Worten zusammen, was du gerade gehört hast, um sicherzustellen, dass ihr auf derselben Wellenlänge seid.
  • Nützliches Feedback geben: Zeitnahes Feedback ist extrem wichtig! Sei spezifisch, sowohl bei Lob als auch bei Verbesserungsvorschlägen. Anstatt eines vagen „gute Arbeit“, hebe die konkreten Handlungen hervor, die zum Erfolg geführt haben. Bei konstruktiver Kritik, konzentriere dich auf das Verhalten, nicht auf die Person, und biete Lösungen an.
  • Diese schwierigen Gespräche: Konflikte oder Leistungsprobleme werden nicht von selbst verschwinden. Gehe sie zeitnah an, aber mit Respekt und Einfühlungsvermögen. Konzentriert euch darauf, gemeinsam Lösungen zu finden – das hilft, Vertrauen aufzubauen.

Smartes Delegieren hat Priorität

  • Überwinde die „Ich kann es schneller selbst machen“-Falle: Sicher, im Moment könntest du eine Aufgabe selbst schneller erledigen. Aber indem du Aufgaben durchdacht delegierst, investierst du in das Wachstum deines Teams und schaffst dir Freiraum für strategische Arbeit, die nur du erledigen kannst.
  • Klarheit ist alles!: Sei bei der Delegation kristallklar, was das gewünschte Ergebnis, die Fristen und die verfügbaren Ressourcen sind. Regelmäßige Check-ins bieten Unterstützung, ohne zu sehr ins Detail zu gehen (Stichwort: Mikromanagement!).
  • Spiele mit ihren Stärken: Berücksichtige die Fähigkeiten und Interessen jedes einzelnen Teammitglieds, wenn du Aufgaben zuweist. Gibt es jemanden, der sich nach einer anspruchsvollen Aufgabe sehnt oder dessen Fachwissen perfekt für ein bestimmtes Projekt ist? Delegation wird so zu einem Werkzeug für die Entwicklung!

Schaffe eine teamorientierte Kultur

  • Zusammenarbeit ist der Schlüssel: Ermutige dein Team dazu, Wissen zu teilen, gemeinsam Ideen zu entwickeln und Herausforderungen als Einheit anzugehen. Regelmäßige Teammeetings, die dem gemeinsamen Problemlösen gewidmet sind, können diesen Geist fördern.
  • Feiert die Erfolge!: Das Anerkennen von Errungenschaften, sowohl der großen als auch der kleinen, steigert die Moral und bestärkt positive Verhaltensweisen. Öffentliche Anerkennung, kleine Belohnungen oder auch nur ein aufrichtiges Dankeschön haben eine große Wirkung.
  • Psychologische Sicherheit schaffen: Mache deutlich, dass unterschiedliche Sichtweisen willkommen sind und Fehler als Lernchancen behandelt werden. Wenn Menschen sich sicher fühlen, Risiken einzugehen, führt das zu Innovation und Wachstum für das gesamte Team.

3 Skills, die dich zur richtig guten Managerin machen

Stell dir deinen Management-Werkzeugkasten vor. Kommunikation und Führung bilden die Grundlage, aber welche anderen Fähigkeiten machen dich zu einer echten Top-Chefin? Hier sind ein paar, auf die du dich konzentrieren kannst:

Zeit und Prioritäten managen

  • Die Eisenhower-Matrix: Dein neuer bester Freund: Nicht alles, was nach Aufmerksamkeit schreit, ist gleich wichtig. Dieses einfache Tool hilft dir, Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit einzuteilen. Konzentriere dich auf die Punkte mit hoher Priorität und lerne, „nein“ zu sagen oder den Rest zu delegieren. [Optional: Ein kleines Bild der Eisenhower-Matrix einfügen]
  • Blocke deine Fokuszeit: Zwischen Meetings, E-Mails und den Fragen deines Teams kann man sich leicht im reaktiven Modus verlieren. Plane proaktiv Blöcke mit ungestörter Zeit für Aufgaben ein, die volle Konzentration erfordern. Schalte Benachrichtigungen aus und lass dein Team wissen, dass du nicht ansprechbar bist, es sei denn, es ist dringend.
  • „Nein“ ist ein vollständiger Satz: Willst du Burnout vermeiden? Lerne, höflich, aber bestimmt zusätzliche Projekte oder Aufgaben abzulehnen, die nicht mit deinen obersten Prioritäten übereinstimmen. Delegiere, wo möglich, oder finde heraus, ob Deadlines neu verhandelt werden können.

Emotionale Intelligenz Kultivieren

  • Kenne dich selbst: Wenn du deine eigenen emotionalen Auslöser und Stressreaktionen verstehst, wirst du zu einer überlegteren, einfühlsameren Führungskraft. Praktiziere Achtsamkeitstechniken oder Tagebuchschreiben, um deine Selbstwahrnehmung zu stärken.
  • Versetze dich in ihre Lage: Einfühlungsvermögen ist entscheidend für den Aufbau von Vertrauen und starken Beziehungen zu deinem Team. Versuche aktiv, verschiedene Perspektiven zu verstehen und deinen Kommunikationsstil entsprechend anzupassen.
  • Dekodierer für Teamdynamiken: Lerne, verschiedene Persönlichkeitsstile und ihre Interaktion zu erkennen. So kannst du potenzielle Konflikte vorhersehen und die einzigartigen Stärken jedes Teammitglieds nutzen.

Bottom-Up managen

  • Orientiere dich an den Zielen deines Vorgesetzten: Was sind die obersten Prioritäten? Wie kann die Arbeit deines Teams die größeren Abteilungs- oder Unternehmensziele am besten unterstützen? Das macht dich zu einem strategischeren Partner, nicht nur zu jemandem, der Aufgaben erledigt.
  • Sei proaktiv, nicht reaktiv: Warte nicht darauf, dass dein Chef oder deine Chefin dich wegen Updates jagt. Schicke regelmäßige, prägnante Fortschrittsberichte, weise frühzeitig auf mögliche Hindernisse hin und schlage proaktiv Lösungen vor.
  • Frag nach Feedback: Zeigt, dass du in dein eigenes Wachstum investiert bist und hilft dir, aus der Erfahrung deiner Vorgesetzten zu lernen. Plus, es stärkt diese wichtige Beziehung!

Unterstützung und Mentor:innen finden

Stell dir deine Karriere wie eine Wanderung vor. Mentor:innen sind die erfahrenen Wanderer, die diesen Weg schon einmal gegangen sind. Ihre Erfahrungen können sehr wertvoll sein, also solltest du diesen Weg nicht alleine gehen!

  • Mentor:innen sind wichtig: Suche dir eine:n Mentor:in (oder mehrere!) innerhalb deines Unternehmens oder deiner Branche aus. Suche nach jemandem, dessen Führungsstil du bewunderst und der daran interessiert zu sein scheint, andere weiterzuentwickeln.
  • Tritt einer Online-Community bei: Berufsgruppen für Frauen in deiner Branche bieten einen Raum, um Ratschläge auszutauschen, sich gegenseitig zu unterstützen und potenzielle Mentoren zu finden.
  • Die Kraft von Sponsor:innen: Im Gegensatz zu Mentor:innen, die dir mit Rat und Tat zur Seite stehen, setzen sich Sponsor:innen aktiv für dich ein. Sie könnten deinen Namen bei spannenden Gelegenheiten ins Spiel bringen und dir so Türen öffnen, von denen du noch gar nicht wusstest, dass es sie gibt.

Burnout vermeiden

Führungsarbeit kann erfüllend sein, aber auch sehr anstrengend. Achte auf dich selbst, sonst riskierst du einen Burnout – und das will niemand!

Grenzen setzen

  • Sei klar, wann ‚freie Zeit‘ ist: Sofern du nicht für Bereitschaftsdienste eingeteilt bist, lege fest, wann du für arbeitsbezogene Kommunikation erreichbar bist und wann nicht. Trainiere dein Team, deine Grenzen zu respektieren.
  • Delegiere, auch wenn du viel zu tun hast: Es mag sich anfangs komisch anfühlen, aber wenn du deinem Team vertraust, wird sich das langfristig auszahlen und dir mehr Freiraum schaffen.
  • Die Zauberkraft des Wortes „Nein“: Schütze deine Zeit. Übe dich in höflichen, aber bestimmten Wegen, um nicht unbedingt notwendige Anfragen abzulehnen.

Achtsam sein

  • Lade deine Akkus regelmäßig auf: Kurze Pausen für einen Spaziergang oder ein paar Minuten Meditation steigern die Konzentration und bauen Stress ab.
  • Treibstoff für Höchstleistung: Schlaf, gesunde Ernährung und Bewegung sind keine Luxusgüter – sondern die Grundlage, die es dir erlaubt, dein Bestes bei der Arbeit zu geben.
  • Gönn deinem Gehirn eine Pause: Plane Zeit für Hobbys oder Aktivitäten ein, die dein „Arbeitshirn“ komplett abschalten und dich wirklich erfrischt zurückkehren lassen.

Fazit: Es ist eine Reise, die du antrittst

Eine großartige Führungskraft zu werden passiert nicht über Nacht. Es geht darum, sich kontinuierlich weiterzubilden, Herausforderungen anzunehmen und die Bedürfnisse deines Teams in den Vordergrund zu stellen.

Vergiss nicht: Eine starke Führungskraft zu sein hat Auswirkungen weit über das eigene Team hinaus. Indem du andere unterstützt, hilfst du nicht nur ihnen zum Erfolg, sondern trägst auch zum Erfolg der gesamten Organisation bei.

Und wenn du diesen Punkt erreichst, an dem du ein von dir betreutes Teammitglied in seine eigene Führungsrolle aufsteigen siehst? Das ist ein unglaublich lohnendes Gefühl!

Authorin Maria Spilka
Die Autorin

Maria ist Gründerin und Unternehmerin mit 10+ Jahren Erfahrung in Unternehmensaufbau, Führung, Produktmanagement, Marketing und PR. Und Mutter von zwei Kindern.